Fall Taborstrasse
Alles hat angefangen mit der Anfrage aus den USA 50 in Kurrent geschriebene Briefe ins Englische zu übersetzen. Sie wurden ab 1938 aus Wien nach Michigan geschickt, ab 1942 aus dem Ghetto Lodz in Polen, ab Oktober 1944 kamen keine mehr.
Neben der Übersetzung entstand auch ein weitreichender Stammbaum mit Fotos, Adressen, Schuldokumenten, Deportationsscheinen und Auswanderungspapieren.
Von den nach Lodz deportieren Großeltern, den nach Auschwitz deportieren Großonkel, seiner Frau und Tochter fehlte jede Spur. Es dauerte einige Jahre bis die restlichen Dokumente verfügbar gemacht wurden. So waren wir in der Lage alle Puzzlesteine zusammen zu legen. Und der letzte Stein war ein Stein-der-Erinnerung an die Familie in der Taborstrasse in Wien, wo sie zuletzt gelebt haben.
Fall Peru
Ein Bekannter stellte uns seiner neuen Freundin aus Peru vor. Ja, sie wisse was (Wiener) Schnitzel sind, was Schuachblatteln ist und was Schrammeln sind. Das würde bei ihr zu Hause gegesssen, getanzt und musiziert. Meine Neugier war geweckt. Nach einer Recherche stellte sich heraus, daß sie die Nachfahrin von Süddeutschen Auswanderern nach Peru ist, die im frühen 18. Jahrhundert durch Versprechen wie Land und Vieh über den Atlantik gefahren sind.
Ich konnte ihre Wurzeln nach Niedersachsen zurückverfolgen - gepaart mit Nordspanien und Südfrankreich und auf der anderen Seite aus Italien ergab das Familienbild eine hübsche Ansammlung von Nationalitäten.