Fall Kaiser

Eine Kundin legte mir das Tagebuch ihrer Urgroßmutter vor, wo diese mit ganz genauen Abläufen schilderte, wie sie von Kaiser Franz Josef zu Adeligen ernannt wurden.
KONNTE DAS ALLES STIMMEN ?
Die Familie erhielt Gedenkkarten, Erinnerungsmünzen und dergleichen vom Kaiser. Es war die Rede von einer engen Zusammenarbeit mit dem Kaiserhaus. Man wohnte im wohlhabenden 1. Bezirk in Wien, gleich um die Ecke der Hofburg.
WIR SCHAUTEN EIN WENIG GENAUER HIN
und es stellte sich heraus, daß die Familie zwar diese Gegenstände besaß, aber wie 5.000 andere Wiener Familien auch. Die "enge Zusammenarbeit" stellte sich als Lieferdienst für Knöpfe der Livrées heraus. Und es war ein kleines 2-Zimmer Geschäft ein paar Gassen hinter der Hofburg, die Wohnadresse allerding befand sich in einem der Vororte Wiens. Ein Adelstitel wurde auch nie ausgesprochen, man hat bei einem sog. Heraldiger, von denen es um 1870 herum sehr viele gab, eine Zeichnung eines Wappens als Aushängeschild erstellen lassen.
Aber um den Vorfahren die Freude am sogenannten Adelstitel zu erhalten, nennt sich die jetzige Familie spaßhalber "Grafen von Knopf".

Fall Rossegger

BIN ICH MIT DEM SCHRIFTSTELLER PETER ROSEGGER VERWANDT ?
Es gab keine Namens- oder Ortsgleichheiten mit meiner Kundin, aber der Ehrgeiz war geweckt. Ich habe beide Familienstammbäume 10 Generationen zurückverfolgt und wurde tatsächlich fündig. Der Schriftsteller und der Urgroßvater meiner Kundin sind Cousins 6. Grades.