Fall Vasilii:
Ein Russischer Soldat desertierte 1943 und kam als Landarbeiter in Kärnten unter. Dort zeugte er mit seiner Lebensgefährtin ein Kind. Am Ende des Krieges wäre es ihm unmöglich gewesen nach Russland zurück zu kehren, weil er dort als Verräter verurteilt, und wahrscheinlich hingerichtet worden wäre. Tauchte er erneut unter ?
WAS PASSIERTE MIT VASILII WEITER ?
Der Kunde lieferte uns den Namen, das Geburtsdatum und den Geburtsort von Vasilii.
WIR FANDEN HERAUS
Als Ausweg bestieg er ein Schiff, daß ihn von Neapel nach Australien brachte. Über die Amerikanischen Behörden hatte er sogar eine Arbeitsaussicht, was die Grundlage der Einreiseerlaubnis war. Dort starb er 1978. Weiters stellte sich heraus, daß er vor dem Krieg eine Frau und eine Tochter in Russland hatte. Diese Tochter fanden wir mit Hilfe unserer russischen Kollegin. Leider stellte sich heraus, daß sie vor 4 Jahren verstorben ist, ABER selber eine Tochter hatte, die nun mit der Familie meines Kunden in Kontakt steht.
Fall Schweiz:
Eine junge Frau war als Schülerin bei meiner Führung "jüdisches Wien". Sie fragte mich ob es möglich wäre, einen österreichischen Adoptionsakt auszuheben.
Ihr Vater wurde 1952 in Wien geboren und zur Adoption frei gegeben, und kam so zu einem Ärzteehepaar in der Schweiz. Das Gerücht besagte, er wäre der Sohn einer Wienerin und eines, wahrscheinlich, russischen Besatzungssoldaten. Es gab jedoch keine Lebenspartnerschaft.
WO WAR DER AKT ? WAS BESAGT ER ?
Nach drei Jahren ständigem Nachfragen bei den zuständigen Stellen des Österreichischen Staaatsarchives fand sich endlich der Akt. Er war bis dahin noch nicht in die digitale Kartei aufgenommen worden.
Es stellte sich heraus, daß nicht nur Zahlen und Namen in dem Akt standen, sonder auch eine handschriftliche Darstellung der Mutter warum sie ihr Kind zur Adoption freigegeben hat. Sie war ledig und ohne die Unterstützung ihrer Familie, die ihr alles untersagten, hätte sie nicht für das Kind sorgen können.
Einzig, der Name und die Nationalität des Soldaten wurde nicht genannt, weil diese, wie es schien auch nicht bekannt war. Die Mutter lebte damals in der russischen und arbeitete in der britischen Zone Wiens.
WIE GING ES MIT DER MUTTER WEITER ?
Wir waren in der Lage, die Mutter in die Schweiz weiter zu verfolgen ... genau, richtig gelesen, der Sohn wurde in die Schweiz adoptiert. Es stellte sich heraus, daß sie nur 20km entfernt von einander lebten aber keiner vom anderen wußte. Leider war die Mutter, bei der Entdeckung dieser Tatsache eben erst 8 Monate verstorben. Sie hatte 4 weitere Kinder. Die Nachbarin und beste Freundin der Mutter konnte uns alle Informationen geben. Mein Kunde und seine 4 Halbgeschwister haben sich getroffen.